Das Pädagogische Konzept

Spielend Lernen
Der Buchkindergarten verfolgt die Ideen des Buchkinder Leipzig e.V. im Bereich der frühkindlichen Förderung und der Vorschulbildung. Das Konzept des Kindergartens fußt auf den langjährigen kulturpädagogischem Erfahrungen der Buchkinderarbeit. Es orientiert sich u.a. an den Ideen Celestin Freinets und wird im Prozess und durch die Erfahrungen der praktischen Buchkinderarbeit weiterentwickelt.
In unserem BuchKindergarten möchten wir Kinder in besonderer Weise ermutigen, spielerisch ihren eigenen Ausdruck zu finden. Hier wird es vier altersübergreifende Gruppen im Alter von 3 – 6 Jahren und im Krippenbereich zwei altersübergreifende Gruppen im Alter von 1- 3 Jahren geben. Neben Ateliers zum Spielen, Erzählen und Träumen sollen auch Buchwerkstätten und eine eigene Bibliothek entstehen. An diesem Ort soll Lernen zum Kinderspiel werden. Der sächsische Bildungs- und Erziehungsplan, der naturwissenschaftliche und technische Bildung, Umwelt, Medien, Sprachliche Bildung, mathematische Bildung, Sport und Bewegung, Gesundheit und Ernährung, Musik und ästhetisch-kulturelle Projekte vorsieht, kommt unserem Konzept sehr entgegen. Der Buchkindergarten ist ein wichtiger Beitrag zur kulturellen Bildung in einer jungen Stadt Leipzig, innovativ, sozial und kulturell wirksam.

 

KONZEPTBAUSTEINE DES BUCHKINDERGARTENS

 

Das pädagogische Konzept des Kindergartens basiert auf drei Säulen:

  • dem Sächsische Bildungsplan
  • den pädagogischen Ideen Célestin Freinets
  • den langjährigen kulturpädagogischem Erfahrungen der Buchkinderarbeit

    SÄCHSISCHER BILDUNGSPLAN

    Differenziert nach den Bereichen somatische, naturwissenschaftliche, kommunikative, ma- thematische, ästhetische und soziale Bildung beschreibt der Sächsische Bildungsplan den Bildungsauftrag und Bildungsaufgaben für den frühkindlichen Bereich. Ihm Zugrunde liegt die konstruktivistische Sicht auf das Kind und dessen Aneignung der Welt.

    FREINETPÄDAGOGIK

    Das pädagogische Konzept Freinets basiert auf der Grundannahme, dass jeder Mensch das Grundbedürfnis nach Entwicklung in sich trägt. Dieses Lebenspotential treibt in einem konti- nuierlichem Prozess des wechselseitigen Austausches die Entwicklung des Kindes voran und manifestiert sich in einer natürliche Methode des Lernens, nach der Kinder sich die Welt erklären und das innerlich verarbeiten was von außen auf sie einströmt.1

    Die erzieherische Philosophie Freinets basiert auf den Kernbegriffen Leben, Arbeit und Ler- nen.

    Leben – Freinet versteht darunter eigene Erfahrungen machen, durch aktives Handeln, durch Ausprobieren und den Dingen auf den Grund gehen.

    Arbeiten – Für Freinet hat das sinnvolle, schöpferische und planvolle Arbeiten des Menschen an konkreten Problemen einen hohen Stellenwert. Er sieht darin ein elementares Bedürfnis.

    Lernen – Freinet geht von der Notwendigkeit aus, dass alle wichtigen Erfahrungen selbst von Neuem durch des Erforschen der Umwelt gemacht werden müssen.

    BUCHKINDERARBEIT

    Der Umgang mit Büchern, je nach den Bedürfnissen der Kinder wird im Vordergrund unserer Arbeit stehen. Bücher werden entstehen, in denen Kinder ihre Geschichten erzählen, in de- nen sie ihre Sicht auf die Dinge mitteilen dürfen und können. Wir halten diese Geschichten fest und lesen sie immer wieder im Beisein des Geschichtenerzählers/ der Geschichtener-

    1 R. Henneberg, L. Klein, H. Vogt, Freinetpädagogik in der Kita, Klett-Verlag 2008
    BuchKindergarten Buchkinder Leipzig e.V. 1

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zählerin anderen Kindern und Erwachsenen vor. So bekommen die Kinder einen hervorra- genden Eindruck vom universellen Gebrauch der Schriftsprache und sind dadurch motiviert, selbst schreiben zu können.

Die Buch- und Druckwerkstatt als zentraler Arbeitsraum wird hier eine wichtige Rolle spielen. Die Kinder lernen, wie sich die Fragmente einer Geschichte zu einem Buch zusammenfin- den. Durch die Herstellung von kleinen Auflagen finden die Geschichten der Kinder von hier den Weg nach „draußen“ in die Welt.

DIE VERBINDUNG

Allen drei Säulen liegt gleichermaßen die Sicht auf das Kind, als Akteur seiner Entwicklung zugrunde. Verbunden ist sie mit der Auffassung, dass die Eigenverantwortung für das Ler- nen bei den Lernenden liegt und auch Kinder schon weitestgehend über ihr Leben und Ler- nen bestimmen können sollten.

Daraus ergeben sich für die pädagogische Praxis folgende Handlungsmaximen:

  • die persönliche Sinngebung des Kindes respektieren
  • den eigenen Willens des Kindes achten
  • echte Entscheidungsfreiheit gewähren

    Mit dem Buchkindergarten schaffen wir ein Erprobungsfeld für Kinder in dem entdeckendes Lernen befördert wird, in dem Kinder eigene Entwicklungswege gehen können und dabei von Erwachsenen begleitet werden, die sich als Berater, Freund und Mitentdecker verstehen, die ihre Sichtweise als die eigene aber nicht unbedingt als die einzige oder wahre verstehen und die bereit sind, die Anliegen der Kinder in aller Ernsthaftigkeit wahrzunehmen.

    „Die Art und Weise wie Kinder sich ausdrücken, ist für Erwachsene nicht unmittelbar plausi- bel, also nicht im schlichten Nachvollziehen verstehbar. Das heißt, dass nicht in direkter Ab- leitung aus Erwachsenem Handeln und Denken verstehbar ist, was kindern daran wichtig ist, wie sie handeln und was sie sagen. Verstehen muss erarbeitet werden. Das bedeutet, sehr gezielt die mögliche Perspektive des Kindes zu suchen und dabei das immer noch be- schränkte Wissen über Weltaneignung, Bildungsanstrengung, Deutungs- und Handlungsei- genarten von Kindern einzubeziehen.“

    Erika Kazemi-Veisari


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