Konzept

Wachsen – sich entwickeln – Begeisterung

Wir alle entwickeln uns am Besten, wenn wir uns selbstständig mit Begeisterung unseren eigenen Interessen widmen können. Um diesen Prozess zu befördern gibt es in unserem Kindergarten offene Ohren und Augen, ein feines Gespür und Räume die zum Loslegen anregen.

 

Wie wir arbeiten? Prozesshaft!

Wir erkennen die Impulse der Kinder, bestärken sie und begleiten die mannigfaltigen Alltagsprozesse, die daraus entstehen. Die Küchenrolle wird zum Reptil, der gelbe Karton zum Feuerwehrhut. Das Ergebnis ist weder vorgegeben noch wird es von einer ganzen Gruppe wiederholt. Es ist die eigenständige Auseinandersetzung, die zu einer Form findet.

 

Über unsere pädagogische Haltung

Unsere Grundlage ist immer die liebevoller Hinwendung zum Kind. Wir begegnen den Kindern auf Augenhöhe, sind neugierig auf deren Interessen und nehmen sie ernst. Wir beobachten wohlwollend und ohne Bewertung, im Umgang mit den Kindern sind wir zurückhaltend mit schnellen Antworten und praktischen Lösungen. Wir begleiten die Kinder zu eigenen Erkenntnissen.

 

Raum und Material

Die zurückhaltende Architektur, das schlichte Mobiliar und die Bereitstellung von wandelbaren Materialien regen zum Spielen an. Das öffnet den Raum für die vielfältigen Prozesse der Kinder.
Spielzeuge die eine festgelegte Funktion haben gibt es eher weniger, Holz, Pappe, Leim, Farbe, Stifte und Zeug zum Spielen gibt es dafür umso mehr. Bücher gibt es in Hülle und Fülle. Die Küche lädt zum Brotbacken ein. Das Klavier und der Kontrabass im Foyer werden gern und oft bespielt.
Nach draußen gehen die Kinder freiwillig. Unser Außengelände wurde und wird von Kindern, Erzieher*innen und Eltern gemeinsam gestaltet und wandelt sich immer wieder. Im Winter schützt die Jurte und es warten Verstecke. Im Sommer locken Kletterbäume, eine Matschstrecke und Fußballtore.

 

Wir sind eine inklusive Einrichtung

Wir haben das Ziel, ein Kindergarten für alle zu sein. Alle Menschen haben die gleichen Rechte auf Entfaltung, Bildung, Identität, wirksame gesellschaftlich Teilhabe, Chancen und Schutz. Alle Menschen sind einzigartig, was ihre Voraussetzungen, Weltzugänge, Erfahrungen und Familienkulturen angeht. Wir sind neugierig auf jede Form des menschlichen Wesens und heißen alle bei uns Willkommen. Inklusion schließt also jeden Menschen ein.

 

Über unsere Druckwerkstatt

In der Buch- und Druckwerkstatt des BuchKindergartens können die Kinder regelmäßig ihre Ideen in Bild und Text Wirklichkeit werden lassen. Hier haben sie Zeit und Raum zum Spinnen, Lesen, Schreiben, Gestalten, Drucken, Experimentieren, Diktieren, Linolritzen, Erzählen, Malen oder einfach nur zum Beobachten. Die Kinder finden im Spiel mit Farbe, Form, Bild und Text selbstständig eine große Lust am eigenen Ausdruck. Sie erleben das Vertrauen in ihre eigene Wahrnehmung der Dinge.
Wenn die Zeit reif ist, verdichten einige Kinder diese Bilder, Drucke oder Texte immer weiter bis am Ende das eine oder andere BuchKinderbuch aus dem Kindergarten entsteht. Unterstützt und begleitet werden sie dabei vom Werkstatt-Team. Am Ende der Vorschulzeit entspringt der Werkstatt zudem jährlich das Vorschulbuch. Das ist ein Sammelband mit ausgewählten Bildern und Texten der Vorschulkinder. Dazu veranstalten wir jährlich eine Lesung auf der Leipziger Buchmesse und eine weitere zum Vorschulfest im Sommer.

 

Wozu braucht Lernen Alltagsstrukturen?

Strukturen sind im BuchKindergarten dazu da, den Kindern in ihrem freien Tun und im Miteinander eine verlässliche Orientierung im Tag, in der Woche und dem Jahr zu geben - ohne sie einzuengen. Von den täglich wiederkehrenden Ritualen wie Morgenkreis, Obstfrühstück und Mittagsruhe-Vorlese-Stunde geht es zu den wöchentlichen Turnhallenausflügen, Backstunden, Singekreisen und Drucktagen weiter zu den jährlich wiederkehrenden Ritualen und Festen: Geburtstage, Lichtzeit, Faschingssause, Vorschulfest und Sommerfest. Manche dieser Rituale bleiben konstant, manche werden mit den Kindern gemeinsam verändert.
Eines jedoch begleitet uns von Anbeginn: Gefeiert wird gern und immer mit viele Liebe zum Detail.

 

Und wie gestalten wir Zusammenarbeit?

Blau, Rot, Grün, Orange und Gelb, das sind die Gruppen im Kindergarten. Jede Gruppe wird von zwei Erzieher*innen begleitet. Die Krippen-Etage bietet sechs Erzieher*innen mit ihren jeweiligen Bezugskindern Platz.

Das Team des BuchKindergartens setzt sich im Moment wie folgt zusammen:
• ein Hausmeister
• zwei Küchenkräfte
• elf Erzieher*innen für den Kindergartenbereich (davon je zwei als Tandem für eine Gruppe und eine springende Person)
• sechs Erzieher*innen für den Krippenbereich (mit jeweiligen Bezugskindern)
• eine Fachkraft für Inklusion (momentan bis 2020, über das SprachKita-Programm)
• drei Menschen als Werkstatt-Team (Vermerk: s. auch: Werkstattkapitel)
• eine Leiterin
• eine Geschäftsführerin und ein Geschäftsführer
• zwei bis vier Freiwillige (EFS und BFD) jeweils für ein Jahr
• Fachpraktikant*innen in pädagogischer Ausbildung (schwankende Anzahl)
• ehrenamtlich Tätige in Werkstatt, Krippe und Kindergarten sowie darumherum (schwankende Anzahl)

Die Arbeit der Erwachsenen im BuchKindergarten hat drei wichtige Werkzeuge: Diese sind das neugierige Beobachten der Kinder, das beispielhafte Erzählen darüber und daraus das gemeinsame verantwortungsvolle Gestalten der Alltagsprozesse mit den Kindern. Diese Werkzeuge müssen gereinigt und gewartet werden: Teamsitzungen, Klausurtage, Tür und Angel- Gespräche, Arbeitsgruppen, Einzelgesprächen – immer steht im Vordergrund die behutsame Reflexion der eigenen und der Arbeit der Anderen, das Vertiefen von Themen, das konstruktive, wohlwollende Gespräch.
 

Über die Zusammenarbeit mit Familien

Die Familien der Kinder sind der Ausgangspunkt ihrer Welt. Auf Basis unserer pädagogischen Vision laden wir die Familien der Kinder ein, Teil unseres Kindergartens zu werden.
Auf verschiedenen Kanälen werden die Eltern informiert über aktuell anstehende Ereignisse (Orga-Tafeln, Aushänge, Emails). In der vierteljährlich erscheinenden Infopost werden alle Belange des Kindergartens kommuniziert und auch der Blog im internen Bereich der Internetseite bildet vergangene Höhepunkte und Ereignisse ab. In jährlichen Entwicklungsgesprächen und anlassbezogenen Elterngesprächen stellen wir die Kinder mit ihrer individuellen Entwicklung in den Mittelpunkt des Austauschs. Jährliche Elternabende sind gedacht für gemeinsames Kennenlernen und Zusammenrücken und den Austausch in den Gruppen.
Für Eltern, die wir mit texten in deutscher Sprache nicht erreichen können, haben wir das Format der monatlichen Treppengespräche eingeführt, um sie mithilfe von Übersetzer*innen im direkten Gespräch ins Boot zu holen.
Die Mitgestaltung des Kindergartens ist ausdrücklich erwünscht, Hilfe an den Festtagen, Unterwegs-Tagen oder einfach nur zum Vorlesen nicht nur gern gesehen sondern tatsächlich nötig (Sachsen ist immer noch das traurige Schlusslicht im bundesweiten Betreuungsschlüssel- Vergleich). Konstante und strukturelle Mitarbeit ist besonders gut möglich im Elternbeirat.
 

Unser Zusammenwirken mit der Nachbarschaft

Die Gestaltung des Vorplatzes und die Architektur des BuchKindergartens zielen auf eine Einbindung der Nachbarschaft. So schafft der zurückgesetzte Baukörper in Verbindung mit der Treppenanlage Raum für Begegnung und lädt zum Verweilen ein. Die in die Fassade integrierte Tauschbibliothek ist ebenfalls Anlaufstelle für die Menschen aus der Nachbarschaft.
Für eine weitere aktive Verbindung zu unserer Nachbarschaft öffnen wir unser Abschlussfest der Lichtzeit für alle, die kommen möchten. Die Spielstraße wird gesperrt und wir nutzen den Raum, um gemeinsam zu feiern. Wichtige Elemente für dieses Fest sind eine belebte Lesejurte, Livemusik von Mitarbeiter*innen und Eltern, ein großes arrangiertes Buffet, lodernde Feuerschalen und natürlich Beiträge der Buchkinder.
Die heutige Verbindung zur Nachbarschaft ist im Entstehungsprozess des BuchKindergartens verwurzelt und wird entsprechend unserer Möglichkeiten Zug um Zug erweitert.
 

Und wie geht es weiter?

Dieses Konzept des BuchKindergartens ist eine spannende Wegmarke zwischen den ersten 6 Jahren und der Zukunft, die sich vor uns ausbreitet.
Wie all das, was die Kinder tun, sind wir als BuchKindergarten ständig in Bewegung.
Es ist und bleibt spannend!